Blutgefäßzellen künftig unbegrenzt vermehrbar

Bei der Entdeckung neuer Behandlungsmethoden in der regenerativen Medizin spielen verschiedene Forschungszweige zusammen. Während das Thema Nabelschnurblut in den letzten Jahren immer neue Erkenntnisse und therapeutische Erfolge vorweisen konnte, stagniert es an anderer Stelle. Ein großes Problem stellt in dieser noch so jungen Wissenschaft bisher das Fehlen adäquater Technologien dar, mit deren Hilfe die Blutversorgung der Transplantate sicher gestellt werden können.

Einem Forscherteam der Medizinischen Universität aus Graz ist es nun gelungen, ein Verfahren zu entwickeln, mit dem im Labor nun Blutgefäßzellen in schier unbegrenzter Menge hergestellt werden können. Der Leiter des Forscherteams Dirk Strunk beschreibt die Qualität dieser neuen Erkenntnis mit folgenden Worten: “Nicht nur die Effizienz der neuen Methode ist einzigartig, sondern weltweit erstmals ist es gelungen, Progenitorzellen ohne Verwendung von tierischen Serum-Hilfsstoffen in klinischer Menge von mehreren 100 Millionen Progenitoren mit vollständig erhaltener Funktionalität herzustellen.” Aus gerade einmal fünf Milliliter Blut, welches einfach aus der Armvene des Menschen entnommen wird, ist es nun möglich, diese stammzellähnlichen so genannten Endothel-Progenitorzellen (EP) in großer Menge und äußerst effizient herzustellen. Mit dieser Methode können nun die Blutgefäßzellen vermehrt werden und damit die Blutversorgung der Transplantate gewährleistet werden.

Dieses Verfahren ermöglicht nun beispielsweise, Zellmaterial zu züchten, mit dem Organe, die nicht oder gar nicht durchblutet sind, regeneriert werden können. Die Liste der Einsatzmöglichkeiten ist groß. Obwohl der Bedarf  für die Rekonstruktion von neuen Blutgefäßen enorm ist, warnen die Grazer Forscher vor einer voreiligen Euphorie, schließlich müssen zunächst noch Nebenwirkungen geprüft werden.

Wer mehr über dieses Thema lesen möchte – in der neusten Ausgabe der renommierten Zeitschrift für Biomedizin BLOOD stellen Nicole A. Hofmann, Andreas Reinisch und Dirk Strunk ihre Erkenntnisse auf dem Gebiet der adulten Stammzellen vor.

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