Die Entwicklung von Blutstammzellen aus dem Nabelschnurblut – Teil III: Die Blutzellen

von am 21.04.2009 um 17:27 Uhr

Das Blut aus der Nabelschnur steckt voller Stammzellen. Zu diesen gehören auch die sogenannten blutbildenden Zellen, die sich in verschiedene Blut- und Immunzellen ausdifferenzieren. Darauf beruht die medizinische Wirkung vieler Nabelschnurblut-Transplantationen, bei denen ein zerstörtes Immunsystem – in der Regel bei einer Krebsbehandlung nach einer Hochdosis-Chemotherapie- wieder aufgebaut werden muss. In unserer Serie stellen wir den Weg von der Stammzelle bis zur fertigen Blutzelle dar. Beim letzten Mal ging es um die Verwandlung von blutbildenden Stammzellen in lymphoide und myeloide Vorläuferzellen. Diese müssen sich nun noch in ihre endgültigen Formen differenzieren, womit wir unsere kleine Reihe abschließen.

Die lymphoiden und myeloiden Vorläuferzellen entwickeln sich zu unterschiedlichen Blutzellen weiter. Die ”Endprodukte” sind drei Zellkategorien zuzuordnen. Dabei handelt es sich um rote und weiße Blutzellen sowie um Blutplättchen. Die roten Blutzellen (Erythrozyten) sind im Körper für den Sauerstoff- und Kohlendioxidtransport zuständig. Demgegenüber bilden die weißen Blutzellen (Leukozyten) die Immunabwehr. Die Blutplättchen schließlich sorgen für die Blutgerinnung.

Insbesondere die Leukozyten lassen sich noch in viele weitere Arten unterteilen. Hier sind zunächst die Natürlichen Killerzellen (NK-Zellen) zu nennen, die andere Zellen zerstören, welche beispielsweise mit einem Virus infiziert wurden. Außerdem zählt die Beseitigung von Krebszellen zu den Aufgaben der NK-Zellen. Eine weitere Leukozytenart sind die Monocyten, die alte und schadhafte Zellen entfernen. Darüber hinaus gibt es die Granulozyten, die dafür zuständig sind, alle möglichen Krankheitserreger wie zum Beispiel Bakterien oder Pilze zu bekämpfen. Schließlich sind die T- und B-Lymphozyten zu unterscheiden. Erstere überwachen die körpereigenen Zellen, um unerwünschte Veränderungen zu erkennen und gegebenenfalls Antikörper zu aktivieren. Die B-Lymphozyten wiederum bilden die Antikörper selbst.

Hier ist unsere Serie über die Entwicklung von Blutstammzellen zu Ende. Zu einem späteren Zeitpunkt werden wir uns an dieser Stelle mit den gewebebildenden, sogenannte mesenchymalen Stammzellen, die auch im Nabelschnurblut vorkommen, beschäftigen. Diese sind ein wichtiger Eckpfeiler der Regenerativen Medizin, weil sie sich in Gewebe wie Knochen oder Knorpel oder auch in Haut verwandeln können.

Sie gelangen hier zum Anfang der Serie – und hier geht’s zum zweiten Teil.

Quellen:
- ”Molekularbiologie der Zelle”, 4.Auflage, Alberts et al., WILEY-VCH Verlag, 2004, Weinheim
- www.nabelschnurblut-wiki.de

2 Antworten zu “Die Entwicklung von Blutstammzellen aus dem Nabelschnurblut – Teil III: Die Blutzellen”

  1. [...] Patrizia Durante aus Montreal: Ihr defektes Knochenmark wurde restlos entfernt und mit Hilfe von Stammzellen aus dem Nabelschnurblut ihrer Tochter ersetzt. Diese bildeten ein neues, gesundes Mark. Auf diese [...]

  2. [...] in Europa nicht üblich ist. Von den chinesischen Ärzten erhielt Rylea fünf Übertragungen von Nabelschnurblutzellen. Bereits kurze Zeit später zeigte sich vor Ort eine Wirkung: Zum ersten Mal in seinem Leben [...]

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