Die Geschichte des Nabelschnurblutes – Wie alles begann

Die Geschichte des Nabelschnublutes Die Geschichte des Nabelschnurblutes und damit der Nabelschnurblutbanken ist eine vergleichsweise junge. Das Jahr 1988 mit der ersten erfolgreichen Transplantation von Stammzellen, die aus Nabelschnurblut gewonnen wurden, stellt gewissermaßen den Punkt Null auf dem Zeitstrahl dieser Historie dar. Damals konnte in Paris ein Junge, der an Fanconi-Anämie erkrankt war, mithilfe des Nabelschnurblutes seiner Schwester behandelt und geheilt werden. Seitdem gelten die Stammzellen aus dem Nabelschnurblut als neue ”Waffe” gegen bestimmte schwere Krankheiten wie Leukämie, Diabetes oder Fanconi-Anämie. Deshalb begannen öffentliche und private Nabelschnurblutbanken damit, den wertvollen Lebenssaft einzulagern.

Das Blut aus der Nabelschnur erlangte in dieser Zeit als Quelle für die Gewinnung von Stammzellen zusehends Bedeutung. Die Vorteile hierfür liegen auf der Hand, denn diese Methode der Stammzellgewinnung ist im Vergleich zur Stammzellgewinnung aus dem Knochenmark schmerzfrei, risikolos und weniger aufwendig. Zudem zeichnen sich die auf diese Weise gewonnenen Zellen durch ein hohes Vermehrungs- und Differenzierungspotenzial sowie durch ihre sofortige Verfügbarkeit aus.

Die Stammzellen werden mittels Kryokonservierung aufbewahrt. Darunter versteht man das Einlagern von Zellen in flüssigem Stickstoff bzw. in Stickstoffdampf. In Kryotanks kann das Nabelschnurblut bei etwa -200 Grad Celsius über Jahrzehnte aufbewahrt werden.

In den ersten Jahren war die Spende von Nabelschnurblut und dessen Einlagerung nur bei öffentlichen Nabelschnurblutbanken möglich. 1989 wurde in New York die weltweit erste Blutbank dieser Art gegründet. Die Stammzellen standen dabei der Allgemeinheit und nicht dem Spender selbst zur Verfügung. Mit der Gründung von VITA 34 im Jahr 1997 etablierte sich die erste private Nabelschnurblutbank in Deutschland. Seitdem ist es hierzulande möglich, Nabelschnurblut zur Eigenversorgung aufzubewahren, was zunächst kontrovers diskutiert wurde. Kritikpunkte waren zum Einen, dass die Wahrscheinlichkeit, sein eigenes Nabelschnurblut je zu brauchen, zu gering sei und zudem Erbkrankheiten in den Zellen manifestiert wären. Außerdem würde die gewonnene Menge nur für die Behandlung eines Kindes ausreichen.

Über 250 erfolgreiche Behandlungen mit privat eingelagertem Nabelschnurblut weltweit und die Gründung fünf weiterer privater Nabelschnurblutbanken allein in Deutschland verdeutlichen jedoch, dass es ein gesellschaftliches Interesse an dieser Art der Gesundheitsvorsorge gibt und die Anwendungsbereiche zunehmen. Zudem leisten die Nabelschnurblutbanken einen wichtigen Beitrag zur weiteren Erforschung von Einsatzgebieten für Nabelschnurblut- Stammzellen. So untersucht VITA 34 beispielsweise in einer Studie gemeinsam mit der TU München die Wirksamkeit von Nabelschnurblut bei Typ-1-Diabetes und kooperiert mit dem Fraunhofer Institut für Zelltherapie und Immunologie bei der Erforschung einer zellbasierten Schlaganfalltherapie.

Bildquelle: www.sxc.hu

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