Die Geschichte des Nabelschnurblutes – die Stammzelltherapie etabliert sich:

KinderDas Jahr 1998 stellte einen weiteren Meilenstein in der Geschichte des Nabelschnurblutes dar: Damals wurde das erste öffentlich eingelagerte Nabelschnurblutpräparat aus Deutschland für die Behandlung eines zwölfjährigen Jungen in die Vereinigten Staaten geliefert. Mit Beginn des neuen Jahrtausends etablierte sich das Nabelschnurblut zusehends als ethisch unbedenkliche Alternative, und die Zahl der Stammzelltransplantationen wuchs stetig weiter. Herzchirurgen der Universität Rostock transplantierten 2001 erstmals einem Patienten, der einen Herzinfarkt erlitten hatte, Stammzellen aus Knochenmark direkt in den Herzmuskel. Auf diese Weise wurde zum einen der Herzschlag gekräftigt und zum anderen die Durchblutung des Herzmuskelgewebes gefördert. Das Ärzteteam der Medizinischen Hochschule Hannover unter der Leitung von Prof. Dr. Karl Welte von nutzte 2005 erstmals in Deutschland ein Nabelschnurblutpräparat einer privaten Nabelschnurblutbank. Ein fünfjähriger Junge, der an Aplastischer Anämie litt, wurde damals mit dem Nabelschnurblut seines Bruders therapiert und galt ein Jahr später als geheilt.

Weitere Fortschritte wurden 2007 erzielt. Im Duke University Medical Center in den USA werden seit diesem Jahr Kinder mit Hirnschäden mit Stammzellen aus Nabelschnurblut behandelt. Mehr als 60 Behandlungen dieser Art hat Dr. Joanne Kurtzberg bislang durchgeführt, die zu einem deutlich verbesserten Zustand der jungen Patienten führten.

Im selben Jahr konnte Dr. Simon Hoerstrup von der Züricher Uniklinik auf dem Weltkongress für regenerative Medizin in Leipzig einen weiteren Forschungserfolg präsentieren. Der Wissenschaftler stellte erste Ergebnisse zur Herstellung von Herzklappen aus Stammzellen vor, die sowohl aus Knochenmark als auch aus dem Nabelschnurblut gewonnen wurden. Mit diesen auf körpereigenen Zellen basierenden Herzklappen könnten Abstoßungsreaktionen, wie sie bei künstlichen Herzklappen vorkommen, vermieden werden, und das Mitwachsen des Organs würde den Betroffenen zahreiche Herz-OPs ersparen.

Seit dieser Zeit werden Therapien mit Stammzellen aus Nabelschnurblut auch in Deutschland immer häufiger angewandt. Anfang 2009 kam es zum ersten Einsatz bei einem Hirnschaden in Deutschland: Prof. Dr. Arne Jensen transplantierte einem Kind in Bochum das eigene, bei der Geburt eingelagerte Blut.

Bildquelle: www.sxc.hu

Kommentare

One Kommentar zu “Die Geschichte des Nabelschnurblutes – die Stammzelltherapie etabliert sich:”

  1. Nabelschnurblut: Experten im Gespräch » Nabelschnurblut - Anwendung bei metabolischen Erkrankungen am August 31st, 2009 11:55

    [...] mellitus, Vitaminmangel oder als Folge von Lungen- und Nierenerkrankungen hervorgerufen werden. Die Stammzelltherapie ist für viele Patienten die letzte Hoffnung auf eine Besserung ihres Gesundheitszustandes. Dr. [...]

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