Einlagerung von Nabelschnurblut – ein Grund mehr
31.07.2009
Es gibt viele Gründe, die die Einlagerung von Nabelschnurblut als eine sinnvolle Präventionsmaßnahme deutlich werden lassen. Bereits heute sind verschiedene schwere Erkrankungen mit den auf diese Weise gewonnenen Stammzellen therapierbar. Ein Forscherteam der Klinik und Poliklinik für Herzchirurgie an der Universität Rostock hat jetzt die Ergebnisse einer weltweit einzigartigen Studie im Fachjournal ”Cell Transplantation” präsentiert. Den Wissenschaftlern um Dr. med. Can Yerebakan ist es in dem ersten Großtierversuch mit Schafen gelungen, den erfolgreichen Einsatz von Stammzellen aus Nabelschnurblut bei der Fallot’schen Tetralogie nachzuweisen. Bei den Tieren, bei denen die zuvor im Labor isolierten Stammzellen in den Herzmuskel verabreicht wurden, konnte eine um 20 Prozent verbesserte Herzfunktion im Vergleich zu den nicht behandelten Versuchstieren festgestellt werden.
Die Fallot´sche Tetralogie ist ein schwerer angeborener Herzfehler, der durch eine Verengung der Ausflussbahn der rechten Herzkammer, eine Verdickung der Muskulatur der rechten Herzkammer sowie ein Loch der Kammerscheidewand und eine darüber ”reitende” Körperschlagader gekennzeichnet ist. Die Folge dessen ist, dass das Blut der Kinder nur ungenügend mit Sauerstoff versorgt werden kann. Bisher ist eine Operation die einzige Möglichkeit für die davon betroffenen Kinder. Und oft muss dieser schwerwiegende Eingriff bereits im ersten Lebensjahr vorgenommen werden. Trotzdem kann die Herzfunktion des kleinen Patienten nicht in gleicher Weise hergestellt werden, wie jene eines gesunden Kindes. Mit dieser neuen Stammzellbehandlung könnte diese Beeinträchtigung deutlich gelindert werden und der operative Eingriff wäre weit weniger riskant für das Kind. ”Die Ergebnisse dieser Studie zeigen ein großes Potenzial von Nabelschnurblut-Stammzellen für die Behandlung angeborener Herzfehler”, erklärt Dr. med. Can Yerebakan.
Trotz der positiven Ergebnisse der Studie wird es wohl noch einige Jahre dauern, ehe die Stammzellbehandlung bei Kindern mit diesem Herzfehler angewendet werden kann. Nach dem erfolgreichen Tierversuch, bei dem keinerlei Nebenwirkungen beobachtet werden konnten, werden die Wissenschaftler nun erst einmal eine klinische Studie konzipieren. Zu der Einlagerung von Nabelschnurblut eines ungeborenen Kindes raten die Experten dennoch heute schon, vor allem, wenn der Verdacht auf einen Herzfehler besteht.
Bildquelle: www.sxc.hu
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3 Kommentare zu “Einlagerung von Nabelschnurblut – ein Grund mehr”
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