Erstmals Therapie eines defekten Herzmuskels mit körpereigenen Stammzellen

von am 08.09.2009 um 10:28 Uhr

In the Veggie Patch08.09.2009

Eine weitere Erfolgsgeschichte ist die Tage aus Rostock zu berichten. Erstmals ist es den Medizinern der Universitätsklinik gelungen, eine Transplantation körpereigener Stammzellen in eine defekte Herzklappe vorzunehmen. Der Patient, der an einer äußerst schweren Herzmuskelschwäche litt, konnte nach Auskunft der Klinik das Krankenhaus bereits wieder verlassen und ist schon wieder zuhause. Hier wird die Stärke dieser neuen Behandlungsmethode deutlich, denn wie Gustav Steinhoff, der Direktor der Klinik für Herzchirurgie, erläutert, ist diese Operationstechnologie für den Patienten mit einer deutlich geringeren Belastung verbunden.

Für die Operation des Patienten war lediglich ein vier Zentimeter langer Schnitt am seitlichen Brustkorb notwendig, um die Stammzellen in die defekte Herzklappe zu transplantieren. Mit Hilfe einer Kamera kann der beschädigte Teil des Herzens genau erkannt und so gezielt die Stammzellen in den erkrankten Herzmuskel injiziert werden. Mit dieser neuen Methode konnte die großflächige Öffnung des Brustkorbs vermieden werden, die regelmäßig Folge der tradierten Behandlungsmethode bei Herzerkrankungen ist. Für den Patienten ist diese Operation zudem deutlich schonender und der Genesungsprozess dementsprechend kürzer.

Der Herzchirurg Andreas Liebold, der den Eingriff in der Rostocker Klinik für Herzchirurgie geleitet hat, zeigt sich sehr zufrieden mit dem Ausgang der Operation: ”Die Kombination der kardialen Stammzelltherapie mit innovativen, minimal-invasiven Operationsmethoden eröffnet völlig neue Behandlungsstrategien.” Daher wird diese neue Form der Therapie bei derartigen Herzerkrankungen von den Rostocker Medizinern auch als ein wirkungsvoller Ansatz der Behandlung angesehen.

Die für die Operation notwendigen Stammzellen wurden aus dem Knochenmark des Patienten gewonnen. Eine weitere Quelle für körpereigene Stammzellen stellt zudem das Nabelschnurblut dar. Die daraus gewonnenen Zellen haben zudem gegenüber den Stammzellen aus dem Knochenmark den Vorteil, jünger zu sein. Ein weiterer Grund, der für eine Einlagerung von Nabelschnurblut spricht.

Bildquelle: www.sxc.hu

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