Erwachsene Leukämiepatientin mit Nabelschnurblut geheilt

von am 24.04.2009 um 16:21 Uhr

In Kanada wurde einer erwachsenen Leukämiepatientin Nabelschnurblut übertragen.Meldungen über Kinder, die mit Stammzellen aus Nabelschnurblut von Krankheiten geheilt oder zumindest erfolgreich behandelt wurden, sind inzwischen keine Seltenheit mehr. Hingegen hört man nur wenig von Erwachsenen, bei denen dasselbe erreicht werden konnte. Oft steht dem entgegen, dass die Menge der in einer Nabelschnurblutprobe enthaltenen Stammzellen nicht ausreicht, um Personen zu therapieren, die ein bestimmtes Körpergewicht überschreiten. Dann kann nur eine Kombination aus zwei Nabelschnurbluten helfen. Dass das aber nicht immer so sein muss, zeigt ein Anwendungsfall aus Kanada: Patrizia Durante aus Montreal litt an einer Leukämie, die während ihrer Schwangerschaft entdeckt wurde.

Die Ärzte erwogen, zunächst eine Chemotherapie und im Anschluss daran eine Stammzellübertragung durchzuführen. Allerdings war ein passender Knochenmarkspender nicht sofort verfügbar, so dass sich Durante zunächst auf eine Warteliste setzen ließ. Als sie dann eine kleine Tochter bekam, entschied sie sich, bei der Geburt das Nabelschnurblut entnehmen zu lassen. Nachdem die Ärzte der jungen Frau mitteilten, dass sie nicht länger auf das richtige Knochenmark warten könne, entschloss sich die Leukämiepatientin, Neuland zu betreten: Als erste Frau in Kanada ließ sie sich die Stammzellen aus dem Blut ihrer Tochter übertragen. Zuvor wurde ihr eigenes, defektes Knochenmark vollständig entfernt, damit die Nabelschnurblutzellen ein neues bilden konnten. Die Therapie gelang, und heute gilt Patrizia Durante als geheilt. Je nach der im Blut aus der Nabelschnur enthaltenen Stammzellmenge kann es also durchaus möglich sein, auch Erwachsene mit Hilfe einer Zelltransplantation zu behandeln. Und in Zukunft ist es denkbar, dass die Menge keine so große Rolle mehr spielt: Denn Wissenschaftler suchen bereits nach Wegen, um die wertvollen Stammzellen aus dem Nabelschnurblut zu vermehren. Sollte dies gelingen, dann könnten künftig in ähnlichen Fällen wie dem der Kanadierin sogar noch Zellen übrig bleiben für den Fall, dass das eigene Kind sie einmal benötigt.

Bildquelle: maplerose, www.sxc.hu

2 Antworten zu “Erwachsene Leukämiepatientin mit Nabelschnurblut geheilt”

  1. [...] aus Zürich erklärte die Vorgehensweise zur Herstellung von mitwachsenden Herzklappen aus Nabelschnurblutzellen, Chorionzotten und Amnionflüssigkeit mithilfe von Scaffolds und Bioreaktoren. Zudem bestätigte er [...]

  2. [...] kann entweder in einer öffentlichen oder einer privaten Nabelschnurblutbank aufbewahrt werden. Die Einlagerung bei privaten Institutionen ist kostenpflichtig, dafür [...]

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