Experten empfehlen Einlagerung von Nabelschnurblut
von Sylvia am 28.04.2009 um 16:31 Uhr
Zu einer Konferenz über das Thema Nabelschnurblut kamen vor kurzem die europäischen Stammzellexperten der International Tissue Engineering Research Association (ITERA) in Maastricht zusammen. Die Mediziner und Forscher aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Belgien und der Schweiz arbeiteten gemeinsam ein Konsensuspapier aus. In diesem empfehlen sie ausdrücklich, das Blut aus der Nabelschnur für medizinische Zwecke zu nutzen. Denn dieses gilt als besonders gute Quelle für blutbildende (hämatopoetische) und gewebebildende (mesenchymale) Stammzellen, die mittlerweile für die Therapie zahlreicher Krankheiten genutzt werden können. Darum legen die Experten der ITERA werdenden Eltern nahe, das Nabelschnurblut bei der Geburt eines Kindes aufzubewahren und nicht, wie früher üblich, als Abfall zu betrachten. Sowohl die Privateinlagerung zur Gesundheitsvorsorge für das eigene Kind als auch die Spende des Blutes an eine öffentliche Nabelschnurblutbank werden in dem Papier als empfehlenswert bezeichnet. Denn je nach Erkrankung können eigene Stammzellen, Zellen von Verwandten oder auch von fremden Spendern sinnvoll eingesetzt werden, um den Zustand von Patienten zu verbessern. Aus diesem Grund begrüßen die Wissenschaftler die Entwicklung von Modellen, bei denen die private und die öffentliche Einlagerung von Nabelschnurblut kombiniert werden können. Die Bedeutung der darin enthaltenen Stammzellen für therapeutische Zwecke wird nach Ansicht der Experten in den nächsten Jahren weiter zunehmen. Schon jetzt ermöglichen sie es, mehr als 80 verschiedene Krankheiten zu behandeln. Bei vielen von ihnen ist der Einsatz von Stammzellen mittlerweile zum medizinischen Standard geworden. In anderen Fällen zählt die Zelltherapie zwar noch zu den experimentellen Behandlungen. Allerdings wird damit gerechnet, dass auch in diesen Bereichen künftig öfter Stammzellen, wie sie im Nabelschnurblut enthalten sind, eingesetzt werden. Gegenüber anderen Zellquellen hat das Blut den Vorteil, leicht zu gewinnen und schnell verfügbar zu sein. Darüber hinaus sind Nabelschnurblutzellen wegen ihres geringen Alters kaum mit den Schäden belastet, die Zellen im Laufe ihres Lebens nehmen. Das macht sie für Therapien besonders wertvoll.
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