Erfolg bei Hirnschaden-Behandlung mit Nabelschnurblut
von Sylvia am 17.04.2009 um 14:33 Uhr
Mit den Stammzellen aus dem Nabelschnurblut kann bereits eine ganze Reihe von Krankheiten erfolgreich behandelt werden. Dass dazu auch frühkindliche Hirnschäden zählen, zeigt die inzwischen mehrjährige Erfahrung mit entsprechenden Therapien in den USA. In Deutschland aber führte der Bochumer Klinikarzt Prof. Dr. Arne Jensen erst im Januar diesen Jahres die erste Nabelschnurblut-Transplantation bei einem Kind mit zerebraler Kinderlähmung durch. Der Junge, an dem der Eingriff vorgenommen wurde, ist zwei Jahre alt. Er erlitt seinen Hirnschaden im November 2008, als bei einer Operation sein Herz versagte. In der Folge fiel er ins Wachkoma und hatte regelmäßig Krämpfe in Armen und Beinen. Um ihrem Sohn zu helfen, gingen die Eltern einen Weg, der in Deutschland bisher Neuland darstellt: Sie wandten sich an die Klinik der Ruhr-Universität Bochum, die seit sieben Jahren mit Stammzelltherapien bei frühkindlichen Hirnschäden – auch mit Nabelschnurblut – experimentiert. Die Grundlage für die Behandlung ihres Sohnes hatten die Eltern indes schon bei der Geburt gelegt, indem sie das Nabelschnurblut ihres Kindes aufbewahrten. So konnte Professor Jensen es ihm vor fast drei Monaten transplantieren. Schon jetzt zeigen sich die ersten Anzeichen für einen Erfolg: Der Zweijährige wurde von seinen Krämpfen befreit und kann bereits wieder sitzen. Seit kurzem ist er sogar wieder in der Lage, mit seinen Mitmenschen Kontakt aufzunehmen. Das vielleicht Erfreulichste ist aber, dass er wieder lächelt. Das ist vor allem für die Eltern das Zeichen, dass der Junge eines Tages geheilt wird. Aus den Erfahrungen in diesem Fall ergeben sich auch mögliche Perspektiven für andere Patienten. Professor Jensen jedenfalls macht ihnen Mut: ”Wir wollen jetzt in einer kontrollierten Studie die Wirkung dieser Stammzellen nachweisen. Bisher haben wir nur dieses eine Kind behandelt. Der Schluss liegt aber nahe, dass Stammzellen aus dem Nabelschnurblut wesentlich zu einer Besserung beigetragen haben”, sagte der Arzt dem Online-Nachrichtenportal ”Der Westen”.
Bildquelle: lusi, www.sxc.hu
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