Ich finde es wichtig, als Herzchirurg zu forschen

von am 30.06.2009 um 17:56 Uhr

sodian-bild-portrait-182Die Stammzellen aus Nabelschnurblut finden immer stärker Anwendung in der regenerativen Medizin und die Wissenschaft macht immer größere Fortschritte. Ein Schwerpunkt in diesem  Forschungsfeld ist die Anwendung der Stammzellen für die Herzchirurgie. Eines der großen Ziele der Mediziner dieses Fachbereiches ist es, künstliches Gewebe zu schaffen. Auf diese Weise soll es einmal möglich sein, mitwachsende Herzklappen für Kinder  herzustellen. Hierfür könnte dann das Zellmaterial, dass aus dem Nabelschnurblut des kleinen Patienten gewonnen wurde, eingesetzt werden. Über die Schwierigkeiten bei der Behandlung von Kindern mit schweren Herzfehler, aber auch über das Potenzial von Nabelschnurblut in der Herzchirurgie spricht der Oberarzt der Herzchirurgie der Universitätsklink in München Dr. Ralf Sodian im Interview auf einer Expertenseite zum Thema Nabelschnurblut. Seit 1998 forscht der Privatdozent, damals noch am Children’s Hospital der Harvard Medical School in Boston, an der künstlichen Herstellung von Gewebe. Sodian begründet im Interview die Notwendigkeit auf diesem Gebiet intensiv zu forschen damit, ”dass es für Kinder mit schweren Herzfehlern noch keine besonders guten Prothesen gibt. Fast alle verwendeten Konstrukte müssen früher oder später ausgetauscht werden. Deshalb müssen die Kinder mehrfach operiert werden. Aus diesem Grunde versuchen wir, eine bessere Lösung zu entwickeln, um mit nur einer Operation auszukommen.” Im Gespräch erklärt der Oberarzt zudem, wo beispielsweise der Unterschied einer Herzklappentransplantation bei älteren Menschen und Kindern liegt. Und so erfährt der Leser, dass Herzklappen aus Tiergewebe, wie sie routinemäßig heute bereits bei älteren Menschen eingesetzt werden, bei Kindern schneller degenerieren und so nach wenigen Monaten, wenn nicht sogar Wochen, bereits nicht mehr funktionstüchtig sind. Insgesamt ein sehr interessantes Interview, welches einen kleinen Einblick in die Schwierigkeiten der Herzchirurgie bietet und zugleich deutlich macht, dass die Forschung auf einem guten Weg ist, den Patienten eine neue Perspektive bieten zu können. Den ersten Teil des Interviews finden sie hier.

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