Junge aus Israel durch Nabelschnurblut der Schwester gerettet
von Sylvia am 14.07.2009 um 17:57 Uhr
Eine Geschichte, die uns aus Israel erreicht hat, verdeutlicht, wie notwendig die Einlagerung von Nabelschnurblut sein kann. Es geht dabei um einen Jungen, der an dem seltenen Shwachman-Diamond-Syndrom, einer schweren Erbkrankheit, leidet. Symptome und Auswirkungen diese Krankheit sind unter anderem Minderwuchs, wiederkehrende Infektionen oder eine schwache Bauchspeicheldrüse. Daneben besteht ein größeres Risiko an Leukämie zu erkranken und die Lebenserwartung ist geringer. Die einzige Hoffnung für den Dreijährigen auf Heilung war ein passender Spender für Stammzellen. Die Chancen, einen ”genetischen Zwilling” zu finden, ist jedoch sehr gering. Selbst bei Geschwistern liegt die Wahrscheinlichkeit einer Übereinstimmung gerade einmal bei 25 Prozent. Trotzdem wollten die Eltern gern noch ein weiteres Kind haben, hatten jedoch die Sorge, dass es an der gleichen Krankheit leiden könnte. Um einerseits dies auszuschließen und andererseits zu gewährleisten, dass das zweite Wunschkind einmal dem kranken Jungen helfen kann, setzten die Ärzte die in Deutschland bisher noch verbotene Präimplantationsdiagnostik ein. Diese Methode ermöglicht es den Medizinern, bestimmte Erbkrankheiten bei einem durch künstliche Befruchtung erzeugten Embryo vor der Einpflanzung in die Gebärmutter auszuschließen.
Der Junge hatte Glück. Die Ärzte fanden einen Embryo, der in den meisten genetischen Merkmalen übereinstimmte und somit für eine Transplantation der Stammzellen infrage kam. Bei der Geburt des kleinen Mädchen wurde zunächst das Nabelschnurblut entnommen und für die Therapie des Jungen aufbewahrt. Für den Fall, dass die Stammzellen aus dem Nabelschnurblut nicht ausreichen, könnten diese vermehrt werden oder das Mädchen käme als Knochenmarkspenderin infrage.
Dieser Fall ist dabei keinesfalls der erste seiner Art. In Großbritannien kam bereits 2003 ein Baby auf gleiche Weise zur Welt. Ärzte aus Chicago wählten damals den Embryo aus, dessen Gewebemerkmale am ehesten mit denen seines Bruders übereinstimmten. Auch wenn dieses Verfahren mittlerweile in Spanien, Großbritannien und Schweden legalisiert wurde, bleiben doch gewisse ethische Bedenken bestehen.
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