Mesenchymale Stammzellen aus dem Nabelschnurblut: Ein Blick in die Zukunft

von am 28.07.2009 um 19:24 Uhr

Mit Hilfe mesenchymaler Stammzellen, die unter anderem im Nabelschnurblut vorkommen, eröffnen sich neue Chancen: Ein junger Zweig der Medizin, die Regenerative Medizin, nutzt die Zellen, um geschädigtes Gewebe zu reparieren oder im Labor herzustellen und so neue Wege in der Therapie verschiedener Krankheiten zu gehen. In den beiden ersten Teilen, die Sie hier und hier nachlesen können, wurden bereits mehrere Therapiefelder beschrieben. Im letzten Teil der Reihe wagen wir einen Ausblick auf mögliche künftige Anwendungen der Zellen aus dem Nabelschnurblut.

Der Entwicklung einer Therapie schon sehr nah sind die Forscher am Institut für Zelltherapie und Immunologie in Leipzig. Ihr Ziel ist es, die Folgen eines Schlaganfalles durch die Gabe von körpereigenen Stammzellen zu reduzieren und den Patienten eine schnellere Heilung zu gewährleisten. Die Tierversuche sind sehr erfolgversprechend.

Dass mesenchymale Stammzellen auch zur Herstellung von Sehnenzellen benutzt werden können, zeigte eine deutsch-israelische Forschergruppe um Dr. Gerhard Gross aus Braunschweig. Ihnen gelang es, bei Ratten einen Achillessehnenschaden zu heilen, indem sie ihnen Stammzellen injizierten. Die Sehnen der Nager regenerierten sich. Möglicherweise ist dies auch bald beim Menschen möglich.

Für die Zukunft hoffen Wissenschaftler, noch weitergehende Therapiemöglichkeiten für Krankheiten mit Hilfe mesenchymaler Stammzellen zu entdecken. So führen Neurologen der Universität Ulm in Zusammenarbeit mit der Neurologischen Uniklinik Leipzig derzeit Experimente durch, bei denen Tiere mit Parkinsonscher Erkrankung behandelt werden. Dazu werden ihnen in den Versuchen autologe (eigene) Stammzellen transplantiert. Bei Erfolg ist eine Übertragung der Methode auf den Menschen eventuell möglich. Als Quelle der benötigten mesenchymalen Stammzellen käme das Nabelschnurblut in Betracht.

Auch andere Krankheiten könnten mit Hilfe der Zellen in Zukunft behandelt werden. In diese Kategorie fallen beispielsweise Arthritis und Arthrose – Krankheiten also, bei denen Knochen und Knorpel schwer geschädigt werden. Neuer Knorpel, der auf der Basis mesenchymaler Stammzellen im Labor gezüchtet würde, könnte den Patienten eingesetzt werden. Zudem könnten eines Tages die Knochen von Osteoporose-Patienten dazu gebracht werden, sich besser nachzubilden, indem man den Betroffenen Stammzellen transplantiert.

Spanische Wissenschaftler setzten schon sehr erfolgreich Stammzellen bei der Behandlung von Leberversagen (Hepatitis) ein. Die Zellen unterstützen in Experimenten die Regeneration des geschädigten Gewebes.

Eine Antwort zu “Mesenchymale Stammzellen aus dem Nabelschnurblut: Ein Blick in die Zukunft”

  1. [...] wurde, erfolgreich zu therapieren. Hierfür transplantierten die Mediziner den Patienten Stammzellen aus dem Nabelschnurblut eines Spenders. Obwohl bei dem einen Patienten eines der sechs [...]

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