Nabelschnurblut – Quelle für neue Therapieansätze

von am 07.07.2009 um 18:20 Uhr

Nabelschnurblut gibt Kindern mit Diabetes Hoffnung Das Thema Nabelschnurblut spielt eine bedeutende Rolle für die regenerative Medizin. Insbesondere mit der Entwicklung neuer Behandlungsmethoden erhoffen sich die Forscher von den jungen aus dem Nabelschnurblut gewonnenen Stammzellen neue Chancen. Bedenkt man, dass die Zahl der Menschen mit schweren Erkrankungen kontinuierlich steigt, ist die Erforschung neuer Behandlungsmethoden unerlässlich.

So ist erst vor kurzem eine Studie der Universität Belfast erschienen, aus der hervorgeht, dass sich die Zahl der an Diabetes Typ 1 erkrankten Kinder bis 2020 nahezu verdoppeln wird. Insgesamt wurden 29.000 Patientenakten aus 17 europäischen Ländern untersucht. In der Auswertung dieser Akten, alle aus dem Zeitraum zwischen 1989 und 2003, kamen die Wissenschaftler um Chris Pattersen zu dem Schluss, dass sich die Zahl der jedes Jahr neu erkrankten Kinder jeweils um knapp vier Prozent steigern wird. Wenn diese Tendenz bestehen bleibt, werden im Jahr 2020 24.400 Kinder neu an Diabetes Typ 1 erkranken. Besonders betroffen sind dabei die Kinder unter fünf Jahren. Die traurige Prognose geht hier sogar von einem Anstieg von mehr als fünf Prozent aus. Zudem geht aus der Studie hervor, dass es auch Regionen gibt, die besonders von diesem Anstieg der Erkrankungen betroffen sind. Hierzu zählen insbesondere Länder aus Ost- und Zentraleuropa.

Diabetes Typ 1 ist eine Autoimmunkrankheit, die insbesondere bei Kindern und Jugendlichen auftritt. Die körpereigenen Immunzellen greifen bei dieser Erkrankung die Betazellen der Bauchspeicheldrüse an, die normalerweise für die Produktion des körpereigenen Insulins sorgen. Im Verlauf der Krankheit sinkt die Anzahl der Betazellen. Wenn schließlich weniger als 20 Prozent des einstigen Bestandes vorhanden ist, reicht dies nicht mehr aus, um dem Körper hinreichend mit Insulin zu versorgen und der Patient muss sich schließlich künstliche Insulinpräparate spritzen, um dem steigenden Blutzuckerspiegel entgegenzuwirken.

Die genauen Gründe für diese Fehlleitung des Immunsystems sind bisher noch nicht abschließend erforscht. Die Forscher der Belfaster Universität gehen jedoch davon aus, dass die veränderten Umweltfaktoren, der moderne Lebenswandel, aber auch die zunehmende Körpergröße und das dementsprechend höhere Gewicht der Menschen hier eine maßgebliche Rolle spielen.

Die bisher angewandte Behandlungsmethode stellt für die Betroffenen einen starken Einschnitt in den Alltag dar. Da zudem der zugrunde liegende Krankheitsprozess weiter verläuft, gilt es verstärkt nach alternativen Therapieansätzen zu forschen. Erste Erfolge wurden hier bereits durch den Einsatz von Stammzellen aus dem Nabelschnurblut erzielt. Studien aus den USA belegen bereits heute, dass bei Kindern, die mit Stammzellen therapiert wurden, zum einen nach dieser Behandlung weniger Insulin benötigt wird und zum anderen auch geringere Langzeitfolgen zu verzeichnen sind.

Bildquelle: www.sxc.hu

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