Nabelschnurblut: Analyse unterm Mikroskop

26.08.2009

Nabelschnurblut wird bereits heute erfolgreich zu therapeutischen Zwecken eingesetzt. Doch bei einer so jungen Behandlungsmethode, bei der es kaum klinische Studien gibt, ist es unerlässlich, die Sicherheit dieses Therapieansatzes zu prüfen. Genau dies ist das Ergebnis einer Studie von Dario Furlani, Doktorand am Referenz- und Translationszentrum für kardiale Stammzelltherapien (RTC) an der Universität Rostock. Furlani ging dabei der Frage nach, was man wissen muss, wenn man Stammzellen zur Behandlung einsetzen will. Der Doktorand kam dabei zu dem Schluss, dass man Stammzellen, die im Labor vermehrt wurden, einer detaillierten Analyse unterziehen muss.

Untersuchungsgegenstand der Studie waren die so genannten Mesenchymalen Stammzellen (MSC), die sich im Fettgewebe und im Knochenmark von erwachsenen Menschen befinden, aber auch im Nabelschnurblut vorkommen. “MSCs lassen sich recht einfach in Zellkultur vermehren und können problemlos gelagert werden. Außerdem eignen sie sich für unterschiedliche Therapien, denn diese Stammzellen sind imstande, sich zu Knochen, Nerven, Knorpel, Skelett- oder Herzmuskeln zu entwickeln. Kein Wunder, dass solche Multitalente für die medizinische Forschung und Anwendung interessant sind”, erklärt Dario Furlani. Für die Regnerative Medizin beinhalten die Stammzellen aus dem Nabelschnurblut das Potenzial, zur Behandlung von Diabetes oder Herzerkrankungen eingesetzt werden zu können, nachdem diese im Labor vermehrt wurden.

Nach den neuesten Erkenntnissen von Furlani und seinen Kollegen ist dies jedoch nicht ganz so einfach. Bei der Vermehrung der MSCs im Labor haben die Wissenschaftler eine gewisse Kreativität der Zellkultivierung bemerkt: “Wir haben die Kulturen genau analysiert und neben originalgetreuen Kopien der Ausgangszellen auch Zellen mit verändertem Aussehen, mit anderer genetischer Ausstattung, instabilen Chromosomen und weiteren Mutationen gefunden.” Unter dem Gesichtspunkt der Sicherheit der Stammzelltherapie, muss man sich die Frage stellen, was passiert, wenn man diese mutierten Zellen zur Behandlung einsetzen würde. Im Tierversuch überprüfte Furlanie die Wirkung dieser veränderten Zellen auf erkranktes Herzgewebe. Unerwünschte Nebenwirkungen konnten dabei zwar nicht festgestellt werden. Allerdings gab es auch keinen merklichen therapeutischen Effekt. Um den Erfolg einer Therapie gewährleisten zu können, spricht sich Furlani aufgrund der Ergebnisse seiner Studie dafür aus, dass bei im Labor vermehrten Stammzellen Faktoren wie beispielsweise die äußere Oberfläche oder die Stoffwechselgeschwindigkeit genauestens analysiert werden sollten.

Um eine Vermehrung der Stammzellen im Labor zu verhindern, würden sich direkte Stammzellspenden anbieten.

Kommentare

One Kommentar zu “Nabelschnurblut: Analyse unterm Mikroskop”

  1. Nabelschnurblut: Experten im Gespräch » Nabelschnurblut - Anwendung bei metabolischen Erkrankungen am August 31st, 2009 10:20

    [...] von Nabelschnurblut an und verdeutlicht, dass die daraus gewonnenen Stammzellen bereits heute zu Therapiezwecken einiger Stoffwechselerkrankungen geeignet [...]

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