Nabelschnurblut vereint Klinik und Forschung
von Sylvia am 23.03.2009 um 19:45 Uhr
”Aus der Klinik lernen für die Forschung und aus der Forschung lernen für die Klinik.” So beschreibt Prof. Dr. med. Karl H. Welte, der ehemalige Abteilungsleiter der Pädiatrischen Hämatologie und Onkologie im Zentrum für Kinderheilkunde an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), seine Arbeit in den vergangenen Jahren. Der Kinderarzt, der sich kürzlich in den Ruhestand verabschiedet hat, widmete sich auch intensiv der Laborarbeit mit Stammzellen. Er war es, der Anfang der achtziger Jahre die Wachstumsfaktoren der Blutstammzellen entdeckt hatte, was eine schmerzhafte Knochenmarkspunktion zur Gewinnung der Zellen unnötig machte. Heute werden diese dank seiner Erkenntnisse in den meisten Fällen aus dem peripheren Blut entnommen.
Doch auch Nabelschnurblut stellte eine wertvolle Stammzellquelle dar. Aus Sicht des pensionierten Kinderarztes sollten Geburtskliniken stärker motiviert werden, die Nabelschnurblutspende an öffentlichen Nabelschnurblutbanken zu fördern. ”Dazu könnte vor allem die Anerkennung der Einlagerung im Rahmen der öffentlichen Gesundheitsvorsorge beitragen. Dies zu erreichen, ist eine gemeinschaftliche Aufgabe der Gesundheitspolitik, des Bundesministeriums für Forschung und der Krankenkassen.”