Nabelschnurblut: Kongress zur Stammzellforschung
von Sylvia am 12.05.2009 um 17:22 Uhr
Adulte Stammzellen, für die das Nabelschnurblut eine gern genutzte Quelle ist, finden in der medizinischen Forschung immer mehr Verwendung. Dieser Trend ist längst nicht mehr auf die USA beschränkt – auch in Europa ist die Zelltherapie auf dem Vormarsch. So verwundert es nicht, dass einer der nächsten großen Kongresse, zu dem die Weltelite im Bereich der Stammzellforschung zusammenkommt, in Europa veranstaltet wird. Genauer gesagt in Monaco, wo vom 26. bis zum 28. November dieses Jahres die Konferenz ”Adult somatic stem cells – new perspectives” stattfindet. Hierbei werden unter der Leitung von Prof. Eliane Gluckman vom Saint-Louis-Krankenhaus in Paris neueste Forschungsergebnisse ausgetauscht. Unter anderem geht es dabei um klinische Studien aus der Anwendungspraxis und um die Fähigkeit von Stammzellen, sich in verschiedene Zelltypen zu verwandeln.
An der Veranstaltung wird unter anderem Prof. Hal Broxmeyer aus Indianapolis teilnehmen, der zu den Pionieren in Sachen Nabelschnurblut zählt: Die erste Transplantation des Blutes nahm er 1988 bei einem fünf Jahre alten Kind vor. Als deutscher Teilnehmer hat sich Dr. Andreas Zeiher von der Uniklinik in Frankfurt am Main angekündigt. Zeiher ist Kardiologe und war an erfolgreichen Versuchen beteiligt, bei denen Knochenmarkstammzellen ins Herz versetzt wurden, um dessen Durchblutung zu stärken. Das Treffen der Koryphäen in Monaco ist die zweite Konferenz ihrer Art. Die erste fand 2006 in Rom statt. Hierbei kamen auf Einladung der ”Päpstlichen Akademie für das Leben” 400 Wissenschaftler zusammen. Die beim Heiligen Stuhl angesiedelte Institution ist auch dieses Mal an der Organisation beteiligt. Daneben zählen auch der Bioethische Beratungsausschuss von Monaco, die Stiftung ”Fondation Jérôme Lejeune”, die die Untersuchung genetisch bedingter Krankheiten fördert, und die Weltföderation der Katholischen Ärztekammern zu den Veranstaltern des Kongresses. Ganz im Sinne der katholischen Lehre ist es eines der Ziele der Veranstaltung, auf Alternativen zur embryonalen Stammzellforschung hinzuweisen, die die Kirche aus ethischen Gründen ablehnt. Die Gewinnung adulter Stammzellen, etwa aus Nabelschnurblut, ist hingegen moralisch unbedenklich.