Nabelschnurblut: Neue wissenschaftliche Erkenntnisse
von Sylvia am 19.08.2009 um 14:03 Uhr
19.08.2009
Seit über 25 Jahren werden hämatopoetische Stammzellen, auch Blutstammzellen genannt, eingesetzt, um angeborene metabolische Erkrankungen zu therapieren. Gewonnen werden die hämatopoetischen Stammzellen dafür bisher aus dem Knochenmark. Wie jetzt aus einem von Dr. Thomas Lücke in der Fachzeitschrift für Kinder- und Jugendmedizin ”Der Kinder- und Jugendarzt” (Ausgabe 7, 2009) veröffentlichten Beitrag über Stammzelltransplantation bei angeborenen Stoffwechselerkrankungen hervorgeht, ist die Forschung mittlerweile soweit, dass Nabelschnurblut zumindest für einige dieser Erkrankungen als Quelle für zur Transplantation benötigten Stammzellen infrage kommt.
Ziel des Beitrags von Dr. Lücke ist es, die zu den metabolischen Erkrankungen gehörenden Stoffwechselerkrankungen in einen sinnvollen medizinischen Zusammenhang in Bezug auf die Stammzelltherapie zu stellen. Denn auch wenn bei einigen Diagnosen die Indikation zur Knochenmarktransplantation (KMT) unstrittig ist, in vielen Bereichen ist sie doch Gegenstand heftiger Debatten. So ist eine der Fragen der Pädiatrie die, nach dem ”richtigen Zeitpunkt” für die ”richtige Maßnahme”. In diesem Zusammenhang zeigt Lücke unter anderem auch die biochemischen Prozesse auf, die durch die Transplantation der hämatopoetische Stammzellen hervorgerufen werden.
Ursache dieser angeborenen metabolischen Erkrankungen können verschiedener Natur sein. Stoffwechselerkrankungen können die Folge von Diabetes mellitus aber auch von Vitaminmangel sein. Daneben können diese Erkrankungen auch durch Leber- und Nierenerkrankungen hervorgerufen werden. In diesem Kontext spricht Lücke auch die Potenziale von Nabelschnurblut an und bietet einen Ausblick an, in welche Richtung sich die Stammzelltherapie als sinnvolle Behandlungsmethode für metabolische Erkrankungen entwickeln könnte. So ist es für Lücke durchaus vorstellbar, dass auch die mesenchymale Stammzellen, die ebenfalls im Nabelschnurblut vorkommen, einmal zu Behandlungszwecken eingesetzt werden können.
Auch wenn es sich hierbei noch um ein theoretisches Gebilde handelt, verdeutlichen die Ausführungen von Dr. Thomas Lücke die Potenziale von Nabelschnurblut. Die Wissenschaft kommt immer wieder zu neuen Erkenntnissen. Ein Grund mehr, Nabelschnurblut als Quelle von Stammzellen nicht einfach wegzuwerfen.