Nabelschnurblut: Neuer Anwendungsfall aus Korea

04.09.09

Ein neuer Anwendungsfall aus der Hanyang Universitätsklinik in Seoul belegt einmal mehr, wie dringend erforderlich es ist, die Zahl der Nabelschnurblut-Entnahmen, sei es zum Eigenbedarf oder als Spende, zu erhöhen. Derzeit wird gerade einmal bei fünf Prozent der Geburten das Nabelschnurblut entnommen.

Zurück zu unserem Anwendungsfall. Dem koreanischen Forscher Young-Ho Lee ist es erstmals gelungen, durch die Transplantation der aus dem Nabelschnurblut gewonnenen Stammzellen bei zwei jungen Patienten, bei denen kurz nach der Geburt das Wiskott-Aldrich-Syndrom festgestellt wurde, nicht nur die Symptome zu beseitigen, sondern auch das defekte Gen zu korrigieren. Beide Patienten erhielten dabei das Nabelschnurblut eines nicht mit ihnen verwandten Spenders. Trotz der Abweichung von einem beziehungsweise zwei der sechs HLA-Gewebemerkmale, kam es zu keinerlei Abstoßungsreaktionen. Dieser erfreuliche Umstand lässt sich mit der sehr guten Verträglichkeit von Nabelschnurblut erklären. Bei beiden Patienten konnte nach der Transplantation festgestellt werden, dass das betroffene Gen eine normale Sequenz aufweist.

Das Wiskott-Aldrich-Syndrom ist eine sehr seltene Krankheit, von der fast ausschließlich Jungen betroffen sind. Folgen dieser Krankheit sind neben Hautausschlag insbesondere eine Störung des Immunsystems und der Blutgerinnung. Dies begründet sich durch die niedrige Anzahl der Blutblättchen, denn Folge der Krankheit ist eine eingeschränkte Aktinbildung, die wiederum eine verminderte Thrombozytenbildung bewirkt.

Behandelbar ist das Wiskott-Aldrich-Syndrom zum einen symptomatisch. Hier werden also nur die
Symptome mittels Antibiotika behandelt. Da die Lebenserwartung zehn Jahre nicht überschreitet, ist es gut, dass mit der kausalen Therapie eine Behandlungsmethode gefunden wurde, die die Ursachen, also das defekte Gen, behandeln will. Durch die Stammzelltherapie kann erreicht werden, dass das Immunsystem des Patienten wieder funktionsfähig hergestellt wird. Und mit den Erfolgen aus der Hanyang Universitätsklinik wurde Einsatzmöglichkeiten von Nabelschnurblut einmal mehr erweitert.

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