Nabelschnurblut: New Jersey fordert mehr Informationen – per Gesetz

von am 21.07.2009 um 11:32 Uhr

by_susanne-schmich_pixeliode21.07.2009

Nabelschnurblut wird lediglich bei einem sehr geringen Prozentsatz der Geburten tatsächlich entnommen und aufbewahrt. Aus der Sicht all´ jener, die sich mit dem Thema Nabelschnurblut befassen, seien es Nabelschnurblutbanken (öffentliche wie private), die Regenerative Medizin oder die Forschung, ist das natürlich schwer zu verstehen. Diese schlechte Quote findet man nicht nur in Deutschland oder Europa, sondern auch in Amerika und anderen Ländern. Wenn sich eine Mutter nicht vor der Geburt für die Nabelschnurblutentnahme entscheidet, dann wird das Blut, und damit die zahlreichen kostbaren Stammzellen, einfach entsorgt.

Die Gründe hierfür liegen primär in der fehlenden Sensibilisierung und der geringen Kenntnis der Bevölkerung über die Vorteile und Möglichkeiten, die sich aus den Stammzellen des Nabelschnurblutes ergeben. In New Jersey (USA) wird nun versucht, die Bereitschaft, das Nabelschnurblut einlagern zu lassen, per Gesetz zu erhöhen. Selbstverständlich werden die werdenden Eltern nicht gezwungen, das Nabelschnurblut ihres Kindes entnehmen zu lassen. Vielmehr wird von den Ärzten gefordert, vor der Geburt stärker über die Anwendungsmöglichkeiten der Stammzellen zu informieren.

Krankheiten, wie Krebs, Anämien wie zum Beispiel die Fanconi-Anämie, Diabetes und andere Bluterkrankungen oder genetische Störungen lassen sich mittlerweile mit Hilfe der Stammzellen therapieren. Insgesamt sind es bereits 70 unterschiedliche Krankheiten, bei denen Nabelschnurblut zur Behandlung eingesetzt werden kann. Allerdings reichen die dafür zur Verfügung stehenden Stammzellspenden keineswegs aus. Viele schwer erkrankte Menschen, die auf diese Weise therapiert werden könnten, sterben, weil es keinen passenden Spender gibt. Eine weitere wichtige Information, die die Zahl der Nabelschnurblut-Einlagerungen deutlich erhöhen dürfte, geht aus Studien hervor, die belegen, dass heute bereits bei einer von 150 Patienten, bei denen das Nabelschnurblut eingelagert wurde, mit den eigenen Stammzellen behandelt wird. Bedenkt man, wie jung die Nabelschnurblutforschung ist, und dass zum Beispiel Herzinfarktpatienten aufgrund ihres Alters gar nicht die Möglichkeit hatten ihr Nabelschnurblut einlagern zu lassen, wird deutlich, dass künftig noch weit mehr Menschen mit den eigenen Stammzellen behandelt werden können.

Seit November des letzten Jahres ist das Gesetz in New Jersey, einem Staat, in dem jährlich 115.000 Kinder geboren werden, nun in Kraft. Es bleibt zu hoffen, dass die Anwendungsmöglichkeiten von Nabelschnurblut auf diese Weise nun verstärkt ins Bewusstsein der Menschen gebracht werden können.

Bildquelle: www.pixelio.de

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