Nabelschnurblut-Spende nun auch in Kronacher Klinik
von Sylvia am 16.06.2009 um 19:52 Uhr
Jedes Jahr erkranken weltweit mehrere tausend Menschen an lebensbedrohlichen Krankheiten, bei denen das Immunsystem oder das blutbildende System betroffen sind. Bei Krankheiten wie Herzinfarkt, Lungen- oder Hirnschäden muss der Patient oft eine risikoreiche Operation, nicht selten sogar eine Transplantation über sich ergehen lassen. Die Stammzelltherapie stellt mittlerweile bei vielen Erkrankungen immer öfter eine alternative und weniger risikobehaftete Behandlungsmethode dar. Menschen, die zum Beispiel an Stoffwechselerkrankungen, Lymphomen oder an Leukämie leiden, können durch eine Transplantation gesunder Blutstammzellen, wie sie sich unter anderem im Nabelschnurblut befinden, gerettet werden. Das Problem zur Zeit aber ist, dass es oft an geeigneten Stammzellen mangelt. Der Bedarf an Stammzellen wächst also stetig und damit die Notwendigkeit, dass immer mehr Nabelschnurblut gespendet wird.
Die Spende von Nabelschnurblut ist jedoch nicht in jedem Krankenhaus möglich. Hier spielen Faktoren wie eine besondere Schulung des medizinischen Personals, Transport und Lagermöglichkeiten eine wesentliche Rolle.
An der Kronacher Frankenwaldklinik sind von nun an alle Voraussetzungen für eine Spende geschaffen. Vor wenigen Wochen spendeten Angela und Sven Ulowetz bei der Geburt ihres Sohnes Emil das Nabelschnurblut und waren damit die ersten Spender der Kronacher Klink. Diese unterstützt damit als eines von mehr als 140 Krankenhäusern in ganz Deutschland die ”NRK – Initiative Leben spenden Deutschland”.
Das Besondere an Nabelschnurblut ist, das es im Vergleich zur Knochenmarkspende wesentlich einfacher und ohne jedes Risiko entnommen werden kann. Es enthält Millionen junger multipotenter Stammzellen, die nach der Geburt in so genannten Kyro- oder Stickstofftanks bei minus 196 Grad Celsius eingelagert werden. Mit Hilfe dieser Stammzellen lässt sich zum Beispiel das Knochenmark eines erkrankten Menschen rekonstruieren.
Bei weniger als fünf Prozent aller europäischen Geburten wird das Nabelschnurblut entnommen und eingelagert. Dieser Wert muss künftig deutlich gesteigert werden. Die Frankenwaldklink Kronach will hierfür ihren Beitrag leisten. Neben der kostenlosen Entnahme des Nabelschnurblutes steht zudem das Team der geburtshilflichen Abteilung der Kronacher Frankenwaldklinik interessierten Eltern bereits im Vorfeld telefonisch unter 09261/59-7710 Rede und Antwort.