Nabelschnurblut oder Herztransplantation?

von am 02.06.2009 um 19:27 Uhr

Herzkrankheiten wie zum Beispiel der Herzinfarkt gehören zu jenen Gebrechen, von denen man hofft, sie bald durch Stammzellen, beispielsweise aus Nabelschnurblut, therapieren zu können. Eine Neuigkeit aus der Stammzellforschung kommt die Tage aus der Herzchirurgie der Universität Rostock, denn die Prüfung des vor einiger Zeit entwickelten Ansatzes zur Stammzelltherapie befindet sich kurz vor der dritten Phase. Nachdem in den vorangegangenen Prüfungsphasen die Behandlungsmethode hinsichtlich ihrer Wirkung und Nebenwirkungen sowie in puncto Dosierung untersucht wurde, geht es nun für die Wissenschaftler darum, die Lebensqualität und Lebenserwartung für die mit Stammzellen behandelten Patienten zu prüfen.

Prof. Gustav Steinhoff, Direktor der Klinik und Poliklinik für Herzchirurgie glaubt, dass die Stammzelltherapie das Potenzial hat, in etwa drei Jahren zur Standardbehandlungsmethode zu werden. Die Herausforderung, vor der die Herzchirurgie noch heute steht, ist nämlich, dass Herzgewebe eigentlich nicht nachwachsen kann. Durch einen Herzinfarkt, den in Deutschland jährlich ungefähr 250.000 Menschen erleiden und an dessen Folgen immerhin etwa ein Viertel der Patienten erliegen, wird nun aber Herzgewebe beschädigt oder sogar zerstört. Die effektivste Methode war und ist bis heute die Transplantation. Da diese jedoch keineswegs ohne Risiko ist, geht es den Forschern um eine schnellstmögliche Alternative. Stammzellen aus Nabelschnurblut beispielsweise sind hier der große Hoffungsträger. Es wurden bereits erste Erfolge mit diesem Therapieansatz erzielt, denn die Stammzellen regen die Regeneration des Herzgewebes an, bestätigt Prof. Gustav Steinhoff. Hierfür muss jedoch eine hohe Konzentration von Stammzellen unmittelbar in den Herzmuskel gespritzt werden und diese würden dann bereits nach wenigen Wochen mit dem Herzgewebe verwachsen.

Die Rostocker Herzchirurgen sind überzeugt, dass sich die Lebenserwartung der Menschen, die mit dieser Methode behandelt wurden, erhöhen wird und dass diese belastbarer sein werden, als Patienten, die mit herkömmlichen Behandlungsmethoden therapiert wurden. Und die aus Nabelschnurblut gewonnenen Stammzellen könnten eines Tages dazu verhelfen, die risikoreichen Herztransplantationen überflüssig zu machen.

Eine Antwort zu “Nabelschnurblut oder Herztransplantation?”

  1. [...] Sie gaben Dallas in die Hände von Dr. Joanne Kurtzberg, in der Hoffnung, dass mit Hilfe der Stammzelltherapie der geschädigte Teil des Gehirns geheilt werden [...]

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