Nabelschnurblut: Stammzellen halten Diabetes auf
von Sylvia am 01.05.2009 um 13:33 Uhr
Seit Jahren ohne Insulinspritzen leben – das können einige Typ-1-Diabetespatienten nach einer Übertragung blutbildender Stammzellen, wie sie auch im Nabelschnurblut enthalten sind. Die Behandlung erfolgte im Rahmen einer Studie im brasilianischen Sao Paulo und wurde bei 23 Teilnehmern durchgeführt, die an jugendlichem Diabetes im Frühstadium litten. 20 von ihnen brauchten daraufhin für einen Zeitraum von 15 bis mittlerweile 52 Monaten kein zugeführtes Insulin mehr. Jene Patienten, die noch – oder wieder – welches injizieren müssen, benötigen nur noch relativ geringe Mengen davon. Um derartige Erfolge zu erzielen, muss die Transplantation der Blutstammzellen allerdings so zeitig wie möglich nach der Entdeckung des Diabetes erfolgen – die Experten gehen von einem Zeitraum von etwa sechs Wochen aus. Denn nur wenn noch nicht mehr als zirka 80 Prozent der körpereigenen Zellen, die Insulin herstellen, zerstört sind, kann verhindert werden, dass die Erkrankung weiter fortschreitet. Ob eine Verschlimmerung dann bis ans Lebensende der Betroffenen ausbleibt, ist allerdings noch unklar. Aber durch die genannte Untersuchung wurde bewiesen, dass eine Behandlung von Typ-1-Diabetes mit Hilfe von Stammzellen grundsätzlich möglich ist. Das vermuteten die Autoren der Studie bereits 2007, als sie erste vorläufige Ergebnisse veröffentlichten. Doch erst die Beobachtung der Probanden über zwei weitere Jahre brachte es an den Tag: Bei den Erfolgen handelte es sich keineswegs um die Auswirkungen eines nur vorübergehenden Rückzugs der eigenen Antikörper, die beim jugendlichen Diabetes die Herstellung von Insulin unterbinden. Vielmehr sind es die blutbildenden Stammzellen, die die Erkrankung aufhalten und so eine länger anhaltende positive Wirkung entfalten. Dies ist ein Ergebnis, das sicherlich dazu führt, dass in der Medizin über weitere Anwendungen von Stammzellen – auch solche aus dem Nabelschnurblut – nachgedacht wird.