Nabelschnurblut wird gebraucht
von Sylvia am 05.05.2009 um 17:24 Uhr
Es gibt genügend Vorwürfe, die private Einrichtungen, die das Nabelschnurblut von Neugeborenen einlagern, über sich ergehen lassen müssen. Häufig heißt es, dass die Wahrscheinlichkeit, das eigene Nabelschnurblut zu benötigen zu gering sei, als dass die private Einlagerung gerechtfertigt wäre. Den Eltern würde ein schlechtes Gewissen eingeredet und überhaupt sei alles viel zu teuer. Das war früher. Inzwischen haben private Anbieter reagiert und Kombimodelle entworfen. Mit denen können die Eltern das Nabelschnurblut ihres Kindes privat einlagern lassen und zusätzlich die Option wählen – bei Bedarf – das Blut zu spenden. Zudem werden immer mehr Fälle bekannt, in denen Kinder von ihrem eigenen Blut aus der Nabelschnur profitieren – erst kürzlich in Bochum (Deutschland). Hier wurde ein Kind, das einen Hirnschaden hatte, mit seinem eigenen Nabelschnurblut behandelt und befindet sich seitdem auf dem Weg der Besserung.
Wem kein eigenes Nabelschnurblut zur Verfügung steht, der kann auf Spenden zurückgreifen. Und wenn es im eigenen Land noch nicht genug Krankenhäuser gibt, die Nabelschnurblut-Transplantationen anbieten, kann der Patient ins Ausland reisen. So geschehen bei Familie de Gregorio aus Australien. Ihr Sohn leidet an zerebraler Lähmung: Er kann seine linke Körperhälfte nicht kontrollieren. Eine normale Fortbewegung oder Essen mit beiden Händen sind damit unmöglich. Um ihrem Sohn Corey trotzdem ein normales Leben zu ermöglichen, entschlossen sich die jungen Eltern, Mark und Rosanne, zur Stammzellbehandlung nach China zu fahren. Sie haben es bis heute nicht bereut. Corey erhielt in einem chinesischen Krankenhaus sechs Nabelschnurblut-Präparate. Seitdem benutzt er seine linke Hand immer öfter und kann inzwischen selbständig aus dem Becher trinken. Die de Gregorios sind vom Nabelschnurblut überzeugt und haben sich – geprägt durch die Erlebnisse mit ihrem dreijährigen Sohn – für die private Einlagerung des Nabelschnurblutes ihrer jüngsten Tochter entschieden.
Bildquelle: illeDunkel, www.pixelio.de
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