Nabelschnurblutbank präsentiert Forschungsergebnisse
von Sylvia am 08.05.2009 um 17:40 Uhr
Einige Nabelschnurblutbanken lagern nicht nur das Nabelschnurblut ein, vielmehr forschen Sie auch an Möglichkeiten, mit den darin enthaltenen Stammzellen Krankheiten von kleinen und großen Patienten zu behandeln. Dafür arbeiten sie mit Ärzten, Kliniken und Forschungsinstitutionen zusammen. Die Ergebnisse werden regelmäßig in naturwissenschaftlichen Zeitschriften oder auf Medizin- und Naturwissenschafts-Kongressen vorgestellt. Die Nabelschnurblutbank VITA 34 präsentierte ihre Arbeit im Rahmen des 24. Deutschen Kongresses für Perinatale Medizin und der 35. Jahrestagung der Gesellschaft für Neonatologie und Pädiatrische Intensivmedizin, die derzeit (noch bis Morgen) zusammen im Berliner Internationalen Congress Centrum (ICC) stattfinden.
In einer Vortragsreihe stellten anerkannte Mediziner ihre Ergebnisse auf dem Feld der Regenerativen Medizin mithilfe von Nabelschnurblut vor. Prof. Dr. Arne Jensen zeigte in bewegenden Bildern den Fall des kleinen Jungen, der nach einer Operation mit einem schweren Hirnschaden leben musste: spastisch gelähmt, unfähig sich zu bewegen und nicht in der Lage, mit seiner Umwelt zu kommunizieren. Durch die Transplantation seiner eigenen Nabelschnurblut-Stammzellen, die bei VITA 34 eingelagert waren, kann er nun wieder lachen und sogar selbständig essen. Hoffnung für Kinder mit Herzfehlern machte Prof. Dr. Simon Hoerstrup. Er stellt mitwachsende Herzklappen aus Nabelschnurblut, Plazentagewebe und Fruchtwasser her. Der Vorteil dieser Herzklappen ist, dass die Kinder keine Folgeoperationen über sich ergehen lassen müssen, da die biologischen Ersatzteile mit dem Körper ”groß werden”. Der Übergang in die Klinik ist Ende diesen, Anfang nächsten Jahres geplant.
Zudem wurde eine erfolgversprechende Studie zur Behandlung von Diabetes-Typ 1 – früher auch ”jugendlicher Diabetes” genannt – vorgestellt. In München bekommen zehn Kinder im Rahmen einer zweijährigen Studie ihr eigenes Nabelschnurblut verabreicht und werden daraufhin regelmäßig untersucht. Damit sollen die klinischen und experimentellen Daten aus den USA bestätigt werden. Diese Vorträge und Workshops sowie Kurse, die auf dem Kongress angeboten werden, dienen Medizinern deutschlandweit als Fortbildung und sind dementsprechend gut besucht.
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