Nabelschnurblut: Cord Blood Europe nimmt Arbeit auf
von Sylvia am 09.06.2009 um 18:52 Uhr
Der 4. Juni 2009 stellt einen weiteren Meilenstein in der Geschichte des Nabelschnurblutes dar. Mit dem Ziel, die Einlagerungszahlen von Nabelschnurblut in Europa weiter zu steigern, hat Cord Blood Europe, ein Dachverband europäischer Nabelschnurbanken, an diesem Tag seinen Arbeit begonnen. Bereits im Januar diesen Jahres in Brüssel gegründet, geht es den Verantwortlichen unter anderem darum, die werdenden Eltern über die Möglichkeiten des Nabelschnurblutes verstärkt aufzuklären. ”Anders als in den USA oder Asien wird das Thema bei Eltern und Gynäkologen noch immer zu wenig beachtet”, erklärt Dr. Eberhard Lampeter, CEO von VITA34 und Präsident des neu gegründeten Verbandes die Lage in Europa. Neben VITA 34, die als einzige deutsche Nabelschnurblutbank bei Cord Blood Europe vertreten ist, gehören sechs weitere private Nabelschnurblutbanken aus Dänemark, Großbritannien, Polen, Portugal, den Niederlanden und der Schweiz zu den Gründungsmitgliedern.
Streng an den Richtlinien der Europäischen Kommission ausgerichtet, geht es dem Verband darum, die einheitlichen Sicherheits- und Qualitätstandards, die es bei der Entnahme, der Verarbeitung, der Kontrolle und bei der Konservierung zu beachten gilt, umzusetzen. Zudem soll das Thema Nabelschnurblut innerhalb der Gesellschaft mittels Informations- und Sensibilisierungskampagnen gefördert werden. Denn obwohl sich die Anwendungsmöglichkeiten und die Zahl der Krankheiten, die durch die adulten Stammzellen, die im Nabelschnurblut enthalten sind, stetig wachsen, wird derzeit nur bei weniger als fünf Prozent der Geburten in Europa Nabelschnurblut entnommen. Ein Wert, den die Mitglieder von Cord Blood Europe in den kommenden Jahren deutlich steigern wollen. Zu diesem Zweck möchte der Verband auch die Zusammenarbeit der privaten europäischen Nabelschnurblutbanken intensivieren. Zudem wollen die Mitglieder ein verstärkt gemeinsames Engagement zwischen den nationalen und europäischen Gesundheitsbehörden und Ärzten forcieren.
Damit in Zukunft verstärkt Krankheiten wie Herzinfarkt, Hirn- und Lungenschäden, Krebs oder Diabetes mittels der aus Nabelschnurblut gewonnenen Stammzellen therapiert werden können, befürworten die Mitglieder von Cord Blood Europe die Aufbewahrung des Nabelschnurblutes. Eine ihrer Hauptaufgaben sehen die Mitglieder darin, werdende Eltern hinreichend über die Chancen aufzuklären, die darin verborgen sind, so dass diese bei der Geburt ihres Kindes über Vor- und Nachteile einer Spende und der Einlagerung für das eigene Kind informiert sind.