Stammzellen einlagern
von Sylvia am 25.05.2011 um 18:13 Uhr
Für die Behandlung von Blut- und Krebserkrankungen, aber auch zunehmend für regenerative Therapien werden Stammzellen benötigt. Je nach Erkrankung sind körpereigene oder die Stammzellen eines Spenders besser geeignet.
Es gibt drei etablierte Methoden zur Entnahme von Stammzellen:
1. aus dem Knochenmark
2. aus dem peripheren Blut
3. aus dem Nabelschnurblut
1. Knochenmark
Verbreitet ist die Entnahme von Stammzellen aus dem Knochenmark. Dazu wird unter lokaler Beteubung aus dem Beckenknochen durch Punktion ca. 1 Liter Knochenmark-Blut-Gemisch entnommen.
2. periperes Blut
Das diese Prozedur schmerzhaft und nicht ohne Risiko ist, kommt heutzutage immer häufiger die Stammzellentnahme aus dem peripheren Blut zum Einsatz. Dabei erhält der Stammzellspender ein Medikament, das zur Ausschüttung der Stammzellen aus dem Knochenmark ins strömende Blut führt. Mit einer Art Blutwäsche können diese Stammzellen aus dem Blut herausgefiltert werden.
3. Nabelschnurblut
Knochemark-Stammzellen werden bei Bedarf entnommen und nicht dauerhaft eingelagert. Nabelschnurblut-Stammzellen hingegen können nur zur Geburt entnommen werden und daher bis zu einer Anwendung bei Temperaturen um minus 200 Grad dauerhaft gelagert. Sie sind dann schnell verfügbar und wegen der sehr jungen enthaltenen Stammzellen eine besonders gute Stammzellquelle.
Stammzellen aus dem Nabelschnurblut können bei einer öffentlichen oder einer privaten kommerziellen Nabelschnurblutbank eingelagert werden.
Die Einlagerung von Stammzellen bei einer öffentlichen Nabelschnurblutbank
Wird Nabelschnurblut in einer öffentlichen Nabelschnurblutbank eingelagert, steht es Suchenden in aller Welt zur Verfügung. Die für eine Ermittlung relevanten Daten werden von den öffentlichen Nabelschnurblutbanken an das ZRKD (Zentrales Knochenspender-Register Deutschland) gemeldet. Erfolgt dort eine Anfrage, sucht das ZRKD aus diesem Datenbestand ein geeignetes Präparat aus. Gespendetes Nabelschnurblut kann z.B. für Leukämie-Patienten eingesetzt werden. Kosten entstehen bei der Einlagerung in einer gemeinnützigen Nabelschnurblutbank für die Eltern nicht. Die öffentlichen Banken finanzieren sich aus Spendengeldern und Gebühren bei Abgabe eines Präparates. Die Entahme des Nabelschnurbluts für die öffentliche Spende ist allerdings nicht in allen Klinken möglich.
Die Einlagerung von Stammzellen bei einer privaten kommerziellen Nabelschnurblutbank
Primär dient die Einlagerung von Nabelschnurblut in einer privaten kommerziellen Nabelschnurblutbank als Vorsorge für den Spender selbst oder auch ein Geschwisterkind. Erkrankt dieser in späteren Jahren, kann bei einer dann nötigen Behandlung auf die von ihm hinterlegten Nabelschnurblutzellen zurückgegriffen werden. Eigene Stammzellen werden bei den heute konventionellen Therapien (z.B. Lymphomen oder Tumoren) zu ca. 60% eingesetzt (Quelle: http://www.nabelschnurblut.de/nabelschnurblut/stammzelltherapie.shtml) . Weltweit sind über 200 Fälle bekannt, in denen eigenes Nabelschnurblut zum Einsatz kam. Etwa ebenso viele erkrankte Geschwister wurden mit privat eingelagertem Nabelschnurblut behandelt.
Kosten für die Einlagerung von Stammzellen bei einer privaten kommerziellen Nabelschnurblutbank
Einen wichtigen Faktor spielt bei der Einlagerung von Nabelschnurblut auch die finanzielle Seite. Im Gegensatz zu der für Eltern kostenlosen Einlagerung bei einer öffentlichen Nabelschnurblutbank fallen bei einer privat betriebenen Blutbank Gebühren an, meist eine einmalige Gebühr für die Einlagerung selbst sowie jährliche Lagergebühren. Für eine Lagerzeit von 20 Jahren betragen die Kosten in Deutschland im Durchschnitt etwa 2.000 Euro. Eine Verlängerung der Laufzeit über diesen Zeitraum hinaus ist möglich, wobei diese dann allerdings mit weiteren Kosten verbunden ist. Einige Krankenkassen bezuschussen die Einlagerung. Viele Nabelschnurblutbanken bieten Finanzierungen an bzw. haben verschiedene Zahlungsmöglichkeiten mit teils interessanten Rabatten im Angebot.
Auch sollte mit in Betracht gezogen werden, dass es sich bei privaten Nabelschnurblutbanken zumeist um Gesellschaften mit beschränkter Haftung handelt. Eine GmbH birgt das Risiko in sich, dass sie eines Tages in wirtschaftliche Schwierigkeiten gerät und Insolvenz anmelden muss. Hier sollte dann auch die Frage nach einer Insolvenzversicherung geklärt sein sowie die, wie in einem solchen Fall mit dem Nabelschnurblut weiter verfahren wird.