Stammzellen statt Spenderorgan – ein eigenes Nabelschnurblut-Depot als Ausweg aus dem Organmangel?

von am 09.12.2009 um 17:46 Uhr

Organmangel ist in Deutschlang und Europa chronisch. Eine geringe Spendenbereitschaft steht einem immer größeren Bedarf an Spenderorganen gegenüber. Einen möglichen Ausweg sehen Mediziner in neuen Zelltherapien. Sie stellen eine viel versprechende Möglichkeit dar, Organe mit Hilfe von Stammzellen zu regenerieren und so Organtransplantationen überflüssig zu machen. Das Züchten komplexer Organgewebe aus körpereigenen Stammzellen, wie z.B. aus Nabelschnurblut, stellt einen zweiten Ansatz dar, mit dem es möglich würde, dem Organmangel zu begegnen und für den Patienten genau passende Organe zur Verfügung zu stellen.

Stammzellen können aus dem Knochenmark Erwachsender oder dem Nabelschnurblut Neugeborener gewonnen werden. Insbesondere die jungen Zellen aus dem Blut der Nabelschnur sind für die Regeneration und die Züchtung von Organen bestens geeignet, da sie noch sehr wandlungsfähig und vital sind. In einem Kältedepot in einer privaten Nabelschnurblutbank aufbewahrt, steht das Blut aus der Nabelschnur ein Leben lang zur Verfügung. Der Vorteil: wenn Organe aus körpereigenen Zellen gezüchtet werden, kommt es anders als bei Spenderorganen, im Körper zu keinen Abstoßungsreaktionen.

Doch die rasante medizinische Entwicklung stellt Wissenschaftler, Politiker und Juristen vor neue ethische und rechtliche Fragen: Wie und wo dürfen Stammzellen gewonnen werden? Welche Therapien sind laut Ethikkommissionen und Rechtssprechung zulässig? Welche Gesetze gelten überhaupt für die Forschung? Diese und viele weitere Fragen diskutieren Experten vom 8. bis 9. Dezember in Leipzig. Das Translationszentrum für Regenerative Medizin (TRM) der Universität Leipzig und das Interdisziplinäre Zentrum Medizin-Ethik-Recht der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg veranstalten erstmals unter dem Thema “Transplantation und Stammzellen – Ethisches und rechtliches Spannungsfeld” ein Symposium dieser Art.

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