Untersuchung zeigt neue Anwendungsmöglichkeiten von Nabelschnurblut

Die Erforschung der Anwendungsmöglichkeiten von Nabelschnurblut ist ein wichtiger Bestandteil der Regenerativen Medizin. Dass Stammzellen aus Nabelschnurblut zur Therapie gegen Leukämie erfolgreich eingesetzt werden können, ist hinlänglich bekannt. Nun haben Mediziner der University of Minnesota (USA) Patientendaten im Zeitraum zwischen 1994 und 2008 ausgewertet. Sie kamen zu dem Schluss, dass durch die Transplantation von zwei Nabelschnurblut-Präparaten das Risiko eines Rückfalls bei akuter Leukämie deutlich vermindert wird.

Insgesamt wurden die Daten von 177 Patienten ausgewertet, die an verschiedenen Formen akuter Leukämien erkrankt und in den Jahren zwischen 1994 und 2008 an der University of Minnesota behandelt worden waren. 47 Prozent der Patienten erhielten dabei ein Spender-Transplantat, die übrigen 53 Prozent bekamen hingegen zwei Transplantate verabreicht. Die Untersuchung ergab, dass sich bei den Patienten, die sich noch in einem frühen Stadium der Erkrankung befanden, die Transplantation von zwei Nabelschnurblut-Transplantaten positiv auf den Behandlungserfolg auswirkten. Die Mediziner führten dieses Ergebnis darauf zurück, dass auf diese Weise der Transplantat-gegen-Leukämie-Effekt erhöht wird. Aufgrund dessen zeigt sich bei den untersuchten Patienten eine deutlich geringere Rückfallquote. Zur Erklärung: bei dem so genannte Transplantat-gegen-Leukämie-Effekt richten sich die Immunzellen des gespendeten Transplantat gegen die Krebszellen, die nach der Chemotherapie im Körper des Patienten verblieben sind. Der Transplantat-gegen-Leukämie-Effekt ist daher ein gewünschter Nebeneffekt, der bei der Behandlung eines an Leukämie erkrankten Patienten mit Stammzellen auftritt.

Um zum Ausgang dieses Beitrages zurückzukommen: Die Untersuchung der Mediziner der University of Minnesota hat die Einsatzmöglichkeiten von Nabelschnurblut erweitert. Gerade ältere und schwerere Patienten mit einem größeren Bedarf an Stammzellen können nun von dieser neuen Erkenntnis profitieren. Bisher kam diese Patientengruppen aufgrund der begrenzten Zahl an Stammzellen im Nabelschnurblut nicht für eine Transplantation infrage. Mit dem Einsatz von zwei Präparaten haben sich die Einsatzmöglichkeiten von Nabelschnurblut damit weiter erhöht.

Kommentare

One Kommentar zu “Untersuchung zeigt neue Anwendungsmöglichkeiten von Nabelschnurblut”

  1. Nabelschnurblut: Experten im Gespräch » Kunstblut oder Nabelschnurblut? am September 23rd, 2009 12:49

    [...] in nennenswertem Umfang Kunstblut hergestellt wird. Bis dahin könnte stattdessen vermehrt auf Nabelschnurblut zurückgegriffen werden. Denn dieses ist eine bereits vorhandene Quelle für Blut, deren Potenzial [...]

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