Die richtige Nabelschnurblutbank finden

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Wer Nabelschnurblut für sein Kind einlagern möchte, hat hierzulande die Auswahl zwischen mehreren Nabelschnurblutbanken. Doch welche ist die richtige für Sie? Wie können Sie die Qualität der Nabelschnurblut-Einlagerung einschätzen? Das Babyportal babyclub.de hat für alle Eltern, die  sich mit diesen Fragen beschäftigen, nun eine Entscheidungshilfe veröffentlicht.

Die Checkliste für die Auswahl einer Nabelschnurblutbank enthält Kriterien wie die Anzahl der eingelagerten Nabelschnurblut-Präparate, die Zahl der eingesetzten Nabelschnurblut-Proben als Indiz für die Erfahrung des Anbieters oder die Forschungsaktivitäten der Bank. Werdende Eltern können diese Informationen auf den Internetseiten oder auf Nachfrage bei den Anbietern erhalten.

Vergleichen und genaues Nachfragen lohnen sich, denn z.B. die Anzahl der Einlagerungen unterscheiden sich bei den deutschen Anbietern immens. Auch auf die behördlichen Genehmigungen sollten Eltern ein Auge haben. So ist es beispielsweise nicht allen Anbietern gestattet, das Nabelschnurblut für die Behandlung aller Erkrankungen abzugeben.

Bei der Wahl einer Nabelschnurblutbank sind also einige Punkte zu beachten, die Checkliste macht diese Entscheidung nun etwas einfacher.

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Nabelschnurblutbank erweitert Vorsorgeangebot für werdende Eltern

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Die Stammzellbank Vita 34 bietet werdenden Eltern ab sofort auch die Einlagerung der kompletten Nabelschnur ihres Kindes an. Wie das Unternehmen mitteilte, liegen seit Kurzem die entsprechenden Genehmigungen der Arzneimittelüberwachungsbehörden vor.

Das Besondere am Nabelschnurgewebe ist die hohe Anzahl darin enthaltener mesenchymalen Stammzellen, die vor allem im Inneren, in der Whartonschen Sulze, vorkommen. Diese Stammzellen bilden unter anderem Knochen, Muskeln, Bindegewebe, Sehnen und Knorpel. Damit stellen sie ein hervorragendes Ausgangsmaterial für die Regenerative Medizin dar.

Darüberhinaus ist auch ihre beruhigende Wirkung auf das Immunsystem nachgewiesen: Schon heute kommen mesenchymale Stammzellen bei der Behandlung schwerer Abstoßungsreaktionen nach Transplantationen (GVHD) zum Einsatz. Basierend auf diesen Gewebestammzellen sind bereits zwei zugelassene Medikamente in Kanada, Neuseeland und in den USA im Einsatz: Prochymal ® – Erstes Zelltherapeutikum zur Behandlung von Graft-versus-Host-Disease (GVHD) bei Kindern; und Grafix® – Wundauflagenmatrix zur Behandlung chronischer, schwer heilender Wunden. Eine Vielzahl an Forschungsprojekten weltweit beschäftigt sich mit dem weiteren therapeutischen Potential der mesenchymalen Stammzellen.

Das Nabelschnurgewebe wird direkt im Anschluss an die Entnahme des Nabelschnurbluts bei der Geburt gesichert. Im Speziallabor der Stammzellbank wird die Schnur in einem aufwendigen Verfahren gründlich gereinigt, aufbereitet und schließlich – ähnlich wie das Nabelschnurblut – bei sehr tiefen Temperaturen konserviert. Sollten die Zellen im Laufe des Lebens benötigt werden, könnten diese zu jedem beliebigen Zeitpunkt aus dem Gewebe extrahiert werden.

Bislang war es in Deutschland nicht möglich, die Nabelschnur zu konservieren. Dank umfangreicher Forschungen kann Vita 34 nun dieses Vorsorgeplus werdenden Eltern anbieten. Die Nabelschnur-Einlagerung ist ausschließlich in Kombination mit einer Nabelschnurblut-Konservierung möglich zu einem Preis von 2.490 Euro.

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Anstieg autologer Therapien lässt Interesse an privater Nabelschnurbluteinlagerung wachsen

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Das nationale Knochenmarksspender-Programm der USA plant, bis 2015 10.000 Nabelschnurblut-Transplantationen jährlich durchzuführen. Im Jahre 2006 waren es noch 2.000. Stammzellen werden bei lebensrettenden Therapien, z. B. bei Leukämie, Lymphomen und anderen Bluterkrankungen eingesetzt.

Die Zahl der Krankheiten, die durch Stammzellen behandelt werden können, wächst mit neuen Behandlungsmethoden, die Forscher derzeit in klinischen Studien oder experimentellen Heilversuchen prüfen. Da die Liste der behandelbaren Krankheiten wächst, wählen immer mehr Eltern die Möglichkeit, das Nabelschnurblut ihres Neugeborenen zu konservieren, in der Hoffnung dass ihr Kind, ein Geschwister oder andere Verwandte im Ernstfall davon profitieren könnten.

Der amerikanische Verband der Kinderärzte unterstützt die Nabelschnurblut-Aufbewahrung, jedoch ermuntert erdie Öffentlichkeit derzeit eher zu einer öffentlichen, als zu einer privaten Aufbewahrung, weil er glaubt, dass das Kind selbst wahrscheinlich nicht vom eigenen Nabelschnurblut profitieren wird. Die jüngsten Forschungen allerdings widersprechen dieser mutmaßlichen Theorie. Denn es hat einen dramatischen Anstieg bei der Nutzung des eigenen Nabelschnurbluts für sog. autologe Therapien gegeben.

Deutlicher Trend bei autologen Therapien

Bei der letzten Jahresversammlung der Internationalen Gesellschaft für Zelltherapie verglichen Dr. Francis Verter und Dr. J.J. Nietfeld die Zahlen der Fälle, bei denen das eigene Nabelschnurblut genutzt wurde (autologe Therapie), mit den Fällen, bei denen das Nabelschnurblut eines passenden Spenders genutzt wurde (allogene Therapie). Sie fanden heraus, dass es mehr als 200 Fälle von autologen Therapien bis zum Ende des Jahres 2009 gegeben hatte, 70% davon in den Jahren 2007 bis 2009. Dies ist eine deutliche Steigerung, wenn man bedenkt, dass noch 2008 eine Reihe von medizinischen Fachgesellschaften darauf bestanden hatte, dass die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kind sein eingelagertes Nabelschnurblut einmal nutzen wird, zu vernachlässigen wäre.

Dieser rapide Anstieg von autologen Therapien kann teilweise auf einen Anstieg von Patienten mit Hirnschädigungen zurückgeführt werden – wobei die gängigsten zerebrale Lähmung und hypoxisch-ischämische Enzephalopathie sind. Laut Nietfeld zeigen die Statistiken, dass die kumulative Wahrscheinlichkeit, dass ein Kind eine allogene Stammzell-Transplantation benötigt, bis zum Alter von 10 Jahren gering ist (nur 1:5.000). Autologe Therapien sind hingegen häufiger. Die US-Centers for Disease Control fanden heraus, dass eines von 300 Kindern zwischen 5 und 10 Jahren eine zerebrale Lähmung erleidet. Wenn die Nabelschnurblut-Therapie sich nur bei 12% der Patienten mit zerebraler Lähmung bewährt, würde allein die Zahl der Kinder, die eine autologe Nabelschnurblut-Therapie gegen zerebrale Lähmung nutzen, doppelt so hoch sein wie die Anzahl von allogenen Transplantaten für alle pädiatrischen Krebserkrankungen und Erkrankungen des Blutes zusammen.

Angesichts dieser Zahlen und der Aussage von Dr. Verter und Dr. Nietfeld, dass die Anzahl autologer Therapien die allogener Therapie wahrscheinlich übertreffen werde, ist es nur eine Frage der Zeit, bevor der Verband der Kinderärzte eine geänderte Erklärung erwägt und die private Nabelschnurbluteinlagerung für autologe Nabelschnurblut-Therapien befürwortet.

Private Nabelschnurblut-Einlagerung macht Sinn

Die Vorteile der privaten Aufbewahrung von Nabelschnurblut und der darin enthaltenen sehr jungen Stammzellen für künftige medizinische Behandlungen sind beeindruckend. Die private Nabelschnurblut-Einlagerung bietet eine höhere Chance auf einen passenden Stammzellspender – mit einer 100%-igen Übereinstimmung für das Kind selbst und einer 25-50%-igen Wahrscheinlichkeit einer Übereinstimmung mit Geschwistern. Darüber hinaus ist die Wahrscheinlichkeit einer Graft-versus-Host-Reaktion – einer potenziell lebensbedrohlichen Abstoßungsreaktion des Körpers auf ein Stammzelltransplantat – geringer.

Aber es gibt ein größeres Problem, das durch die Nabelschnurblutbanken bislang nur unzureichend thematisiert wurde. Üblicherweise kann durch die Nabelschnurblut-Einlagerung – egal ob privat oder öffentlich – keine ausreichende Anzahl an Stammzellen bereitgestellt werden. Im Allgemeinen werden Zellvolumen gewonnen, die bei einer Krebsbehandlung nur für Patienten mit einem Gewicht von bis etwa 30kg ausreichen. Normalerweise enthält Nabelschnurblut im Schnitt etwa 890 Millionen kernhaltiger Zellen. Ein typischer Krebs-Patient, welcher eine Nabelschnurblut-Transplantation erhält, benötigt etwa 30 Millionen kernhaltige Zellen pro 1kg Körpergewicht. Dies bedeutet bei einem normalen Nabelschnurblutpräparat, dass das maximale Gewicht des Patienten nicht mehr als ca. 30kg betragen darf.

Technologien zur Nabelschnurblut-Gewinnung

Es sind daher neue Techniken zur Nabelschnurblutgewinnung entstanden. Sie wurden entwickelt, um einer größeren Vielfalt von Patienten mehr Behandlungsmöglichkeiten zu bieten. Im Juni kündigten Studenten der Johns Hopkins Universität die Erfindung eines Systems an, welches die Anzahl der aus Nabelschnur und Plazenta eines Neugeborenen gewonnenen Stammzellen deutlich steigert. Das würde es erlauben, mehr Patienten mit Leukämie, Lymphomen und anderen Bluterkrankungen mit diesen Zellen zu behandeln. Ohne entsprechende Gewinnungsverfahren werden 90% dieser Zellen verworfen

Eine private Nabelschnurblutbank hat eine patentrechtlich geschützte Technologie entwickelt, bei der bis zu 10 Mal mehr Stammzellen aus der Plazenta und dem Nabelschnurblut gewonnen werden können als mit herkömmlichen Methoden. Diese Vorteile werden zum einen durch ein Medikament erreicht, das die Stammzellen im Plazentagewebe mobilisiert und zum zweiten durch Geräte, die den Gewinnungsprozess verbessern.

So rasant wie autologe Therapien zunehmen, vor allem für zerebrale Lähmung und akute traumatische Hirnverletzungen, so wird auch die Notwendigkeit für ein private Nabelschnurblut-Einlagerung steigen. Medizin und Technik haben mit dieser Entwicklung Schritt gehalten und werden dies auch weiterhin tun. Ärzte bleiben weiterhin begeistert von der möglichen Nutzung von Plazenta-Stammzellen in den aufstrebenden Feldern der Gentherapie und Zellreparatur.

Quelle: Dr. Robert Dracker

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Stammzellen aus Nabelschnurblut: die bessere Alternative

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Mit Peter Wernet, Immunologe und langjähriger Leiter der Nabelschnurblutbank im Uni-Klinikum Düsseldorf, geht ein deutscher Pionier der Stammzellforschung nach Österreich. Genauer gesagt übernimmt er die wissenschaftliche und kaufmännische Leitung der Grazer Nabelschnurblutbank.

Aus diesem Anlass führte die Austria Presse Agentur (APA) ein Interview mit dem neuen Vivicell Biosolution-Leiter. Im Gespräch mit der APA äußerte Wernet, dass für Hunderttausende die jährlich an Leukämie, Stoffwechselerkrankungen und Lymphdrüsenkrebs erkrankten, oft keine geeigneten Stammzellen zur Transplantation zur Verfügung stehen.

Dabei sei die Transplantation gesunder Blutstammzellen häufig die letzte Rettung. „Die durchschnittliche Wartezeit beträgt drei Monate, für 70 Prozent gibt es aber gar keine geeigneten Transplantate.“ Nach wie vor zähle Knochenmark zur wichtigsten Blutstammzell-Quelle bei Krankheiten des blutbildenden Systems. Jedoch auch Nabelschnurblut, so Wernet, sei eine wertvolle Alternative.  Es ist reich an jungen blutbildenden Stammzellen, die in der Lage sind, zu allen Arten von Blutzellen heranzureifen.

Wernet selbst sieht die Perspektive der Nabelschnurblut-Entnahme  vor allem in der Regenerativen Medizin – bei Knochen-, Herz-, und Leberregeneration und Wundheilung. Der Stammzellforscher verweist in diesem Zusammenhang auf das Potential, das in mesenchymalen Stromazellen steckt, „die sich in fast alle organspezifische Zellen differenzieren können“. Er sieht in den Stammzellen aus  Nabelschnurblut die bessere Alternative zu embryonalen Stammzellen, da ihr Einsatz sowohl ethisch als auch immunologisch unproblematischer ist.

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